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Cool Cat

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Lucille

 

Ihre Geschichte:

... ist eine superliebe und schmusige, vierjährige Norwegische Waldkatze. Leider waren ihre Besitzer im Umgang mit offenen Fenstern sehr leichtsinnig und daher ist die Mieze aus dem 2. Stock direkt auf die Straße gestürzt. Die Besitzer haben jedoch gleich bei der Einlieferung in die Tierklinik klipp und klar gesagt, dass sie die hohen Tierarztkosten, die mit der Behandlung der Verletzung verbunden sind, nicht tragen können und wollen.

So ist die Süße Ende Juli 06 in unsere Obhut gekommen. Lucille hatte sich bei dem Sturz einen sehr komplizierten Beinbruch zugezogen, der zuerst mit einem Fixateur ruhig gestellt wurde und dann einige Tage später in einer schwierigen und aufwendigen Operation doch noch mit einer Platte verschraubt werden musste.

Die weitere Entwicklung bei der armen Katze war leider nicht so positiv. Eigentlich sollten nach 10 Tagen (inzwischen 07. August)  „nur“ die Fäden gezogen werden, dabei stellte sich dann heraus, dass die OP-Wunde sich entzündet hat. Somit musste Lucille wieder 3 Tage in der Tierklinik bleiben, dabei wurde die Wunde soweit versorgt, dass man sie bis zur Verheilung  morgens und abends gut durchspülen, mit antibiotischer Gaze belegen und neu verbinden musste.

Die Wunde heilte recht gut, doch am 30. August belastete Lucille die Pfote nicht mehr und hatte eindeutig Schmerzen. Diagnose des Tierarztes: die Platte wird vom Knochen abgestoßen und schiebt sich hoch. Zwei Tage später löste sich die erste Schraube, am nächsten Morgen die 2. Schraube, somit musste in einer weiteren Operation die Platte wieder entfernt werden. Diese 3. Narkose innerhalb von nur 6 Wochen hat der armen Lucille doch so schwer zu schaffen gemacht, dass sie einige Tage zur Erholung in der Tierklinik brauchte.

Da die Röntgenaufnahmen ergaben, daß der Knochen noch immer nicht weit genug zusammengewachsen war, um ohne Hilfsmittel stabil zu bleiben, bekam sie nun einen Schienenverband an dem ganzen Bein zur Ruhigstellung.

Mitte Oktober gab es noch keine große Verbesserung dieses Zustands, daher stand noch immer im Raume, dass die Pfote evt. doch amputiert werden müsste, falls sich in den nächsten Wochen keine Stabilität einstellen würde. Doch das kleine Wunder geschah und Lucille fing langsam an, die verletzte Pfote zu belasten.

Am 22.November war es dann endlich soweit, sie konnte in ihr neues Zuhause umziehen, wo ihre neuen Dosenöffner nun schon seit fast 2 Monaten ungeduldig auf sie warteten.

Briefe von Lucille im neuen Heim:

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25. November 06    Hallo, liebe Pflege-Mama!

Ja wo hast Du mich denn da abgegeben? Das ist mir ja vielleicht ein Volk! Am Mittwochabend, als Du gegangen warst, habe ich erst mal gaaanz vorsichtig den Kellervorraum erkundet. Der hat mich aber keineswegs beeindruckt! Nach diesem Kurzbesuch hat es mich nicht mehr gereizt dorthin zu gehen.  Später haben mich die beiden Ratinger tatsächlich alleine im Wohnzimmer zurückgelassen und sind zu Bett gegangen.

Nachdem es Donnerstagmorgen dann ganz ruhig geworden war, und ich meine neue Betreuerin noch nicht gesehen hatte, habe ich sie erst mal gesucht. Was meinst Du wohl, wo ich sie gefunden habe? Im Bett! Sie war, nachdem ich mich bemerkbar gemacht hatte, gleichermaßen hoch erfreut und überrascht mich zu sehen. Warum nur? Nur, weil sie mich in der oberen Etage nicht vermutet hatte? Die Treppen sind für mich doch gar kein Hindernisgrund! Inzwischen spurte ich sie sogar manchmal hinauf. Das jagt meinem Personal immer den Angstschweiß ins Gesicht. Ich weiß gar nicht, was die haben ... Sie sollen sich doch darüber freuen, dass ich hier gut zurecht komme.

Nachdem ich die Frau am Donnerstagmorgen aus dem Bett heraus hatte, hatte die nichts besseres zu tun, als mein Fress- und auch das Trinkschälchen in die Küche zu stellen. Was soll das nur? Erst steht der Kram im Wohnzimmer, dann in der Küche ... die weiß auch nicht, was sie will!     Etwas später kam die ‚Neue’ dann mit Käserollis im Gepäck vom Einkauf. Jetzt glaub’ mal ja nicht, dass ich auch nur einen Rolli bekommen hätte, bevor ich nicht diese scheußliche Tablette genommen hatte. Päh! Naja, ohne dieses Zeug habe ich bei Dir ja auch keine Leckerchen bekommen ...  

Nachmittags hat meine Betreuerin noch mit Dir telefoniert! Die schönen Grüße sind mir ausgerichtet worden! Herzlichen Dank dafür!   Donnerstagabend war ich rechtschaffen müde von all den neuen Eindrücken. Freitagmorgen war ich dann das erste Mal ganz alleine. Gefürchtet habe ich mich nicht! Ich habe mich aber trotzdem ins Bett zurückgezogen, wo ein grosser schwarz-weisser Freund mich beschützen konnte. Hier hat mein neues Frauchen mich dann auch vorgefunden, als es endlich nach Hause kam. Ich bin sofort mit nach unten gespurtet, wo ich eigentlich neue Abenteuer erleben wollte. Das war aber erst mal nichts, weil ich schon wieder diese doofe Tablette einnehmen musste. Ich hab’ die Nase voll davon!!!

Als Entschädigung für die Einnahme, durfte ich das erste Mal ‚frische Luft’ schnuppern. Für ganze 5 Minuten! Neee, was habe ich da für eine Memme ... nach so kurzer Zeit fror sie schon, und ich musste auch wieder mit ‚’rein. Schade! Es war ganz nett dort: so viele Geräusche und erst die verschiedenen Düfte .... hmmmm! Vom Kratzturm aus wollte mir das Personal dann ‚Entchen’ zeigen. Was immer das auch ist ...diese Tiere sollen angeblich im Wasser schwimmen. Die spinnt! Welches Tier geht denn freiwillig in diese Nässe!?

Der Nachmittag wurde mit Schmusen und Knutschen auf der Couch verbracht. So gefällt mir das! Ach ja, gestern ist übrigens Dein Kalender hier eingetroffen. Christiane hat sich wirklich sehr darüber gefreut, und ich erst ... wir haben gemeinsam darin geblättert, und ich habe mich an Euch alle erinnert ...   Inzwischen geht das Ratinger Volk auch nicht mehr alleine zu Bett, sondern nur noch in meiner Begleitung! Ich bleibe doch nicht freiwillig alleine irgendwo zurück!

Heute, Samstag, habe ich den ganzen Morgen um Aufmerksamkeit geheischt, und habe sie auch bekommen. Ich musste zwar immer etwas nachhelfen, aber letztendlich hat alles geklappt. Mein Trick: man muss nur ganz leise Maunzen – so, als ob man Bauchschmerzen hätte – dann kommt gleich einer mit mitleidvollem Blick angesaust und streichelt mich hingebungsvoll. Das gefällt mir! Irgendwann war dann aber Küchenarbeit angesagt, was mir gar nicht gefallen hat. Na, da habe ich mich eben auch in die Küche gelegt. Einer muss ja schließlich aufpassen!

Zwischenzeitlich konnte ich ein Spielchen in einem Karton machen. War auch ganz nett. Das Beste war heute aber ein Ausflug auf die Terrasse. Ich wollte gar nicht mehr ins Haus. Bei dieser Gelegenheit hat Christiane auch festgestellt, dass ich auf ‚Nein, Lucille’ wirklich gar nicht reagiere. Was soll das auch? Ich habe schließlich meinen eigenen Kopf! Leider wurde ich dann mit roher Gewalt (auf dem Arm!) wieder ins Haus geschafft. Alles Betteln und Jammern vor der Tür nützte überhaupt nichts. Gemeines Volk!!!

Na, alles in allem bin ich aber doch zufrieden. Ab und zu vermisse ich aber die Unterhaltung meiner Kumpels. Ich bin mal gespannt, wie das hier weitergeht! Inzwischen geht mein neues Frauchen schon gar nicht mehr gerne aus dem Haus, weil sie mich nicht alleine lassen will. Das finde ich gut! Nichts desto trotz werde ich aber morgen den ganzen Tag alleine sein. Schluchz! Die beiden fahren zu einem Treffen in die Eifel, das schon vor einem halben Jahr geplant worden ist. Schade! Dafür habe ich Christiane aber Montag den ganzen Tag für mich! Sie hat mir zu Liebe Urlaub genommen! So langsam wird das was! Ich glaube, ich brauche das Seminar ‚Vom Personal zum Leibeigenen’ doch nicht mehr zu belegen! Ich beherrsche die beiden Ratinger schon ganz gut!

So, ich muss jetzt wieder ein bisschen schlafen!

Viele liebe Grüße auch an Pflege-Papa und meine Kumpels – vor allen Dingen an meinen kleinen Freund Steve!

 

Vielen Dank noch einmal für Deine aufopfernde Hilfe und Deine Liebe,

Lucille!!!

6.Dezember 2006

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Hallo Pflege-Mama,

hier meldet sich wieder Dein Sahneschnittchen Lucille. Ich habe inzwischen auch noch einen anderen Kosenamen bekommen: Satansbraten. Ich weiß zwar nicht, was das bedeutet, aber über neue Namen freue ich mich immer. Wie ich dazu kam? Ich habe meine Leute mit meinen innenarchitektonischen Fähigkeiten erfreut. Sollte sich nicht sofort ein Türöffner zur Stelle sein wenn ich ’raus möchte, kratze ich ganz einfach an der Tapete. Du solltest mal sehen, wie schnell mein Personal dann werden kann. Komisch, die Geschmäcker von Mensch und Katze scheinen unterschiedlich zu sein. Also mir gefällt eine ‚flockig’ fallende Tapete besser als so ein ebenmäßiges Teil. Das ist doch wirklich langweilig, findest Du nicht auch? Meine Aktion hat jedenfalls dazu geführt, dass ich nun endlich auch einen Kratzstamm bekommen habe. Geht doch! Sollte mir aber etwas nicht passen, gehe ich trotzdem wieder an die Tapete (ätsch!). Diese Erziehungsmethode könntest Du mal an meinen kleinen Freund Steve weitergeben. Vielleicht zieht das bei seinem Personal auch!?

Ansonsten ist hier alles OK. Mein Frauchen macht sich nur oft Sorgen, weil ich so wild spiele. Das mache ich aber ja auch nur, wenn sie mir ein Papierchen zum Fußballspielen gibt. Damit kann ich ungehemmt über das Parkett im Wohnzimmer sausen.

Ach ja, da fällt mir noch meine Aktion von Samstag ein: ich bin ganz stolz berichten zu können, dass ich an diesem Freudentag das erste Mal auf die Küchenarbeitsplatte gesprungen bin (wie von einem unsichtbaren Faden gezogen). ’runter durfte ich nicht alleine, weil mein Frauchen mich vorher schon ’runtergehoben hat. Sie hat Angst, ich könnte mir wieder das Beinchen brechen. Tsss, darauf nehme ich doch auch keine Rücksicht, wenn ich hier mutterseelenalleine bin. Schnief!!!

Am Samstag habe ich die Sigrun kennen gelernt, die sich während  des Urlaubs meines Personals um mich kümmern soll. Das ist ja vielleicht ein jeckes Huhn! Sie hat mich einfach auf den Arm genommen und quietschte immer etwas von ‚mein Baby’. Junge, da kommt aber noch etwas auf mich zu …   

Es kommt große Freude auf, wenn ich mal ein Häufchen mache. Man glaubt es nicht! Meine neuen Besitzer führen wahre Freudentänze auf, wenn ich mein großes Geschäft erledigt habe. Die spinnen! Es kann aber auch daran liegen, dass Du, liebe Mama, erzählt hast, dass ich regelmäßig alle 24 Stunden Verdauung habe. Also das klappt hier in Ratingen nicht! Das Ereignis findet nur alle 2 Tage statt. Verzögert sich das Ganze um ein paar Stunden, hat mein Frauchen für mich fürchterliche Bauchschmerzen. Da ich ja keine Butter, Sahne, Quark und Öl mag, kann sie mir nichts Abführendes einflössen. Sie macht sich echt Sorgen!!! Im Internet hat sie Hinweise auf Globolis gefunden, die da helfen sollen. Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich möchte. Die Tabletten für mein Knochengerüst sind für mich schon schlimm genug.

Der Kratzturm, den ich aber nicht als solchen nutze, steht inzwischen vor der Heizung. Wenn ich auf diesem Teil liege, kann ich wunderbar den Garten beobachten, und ausserdem ist es hier so mockelig warm …hmmm…  Mein Frauchen findet das nicht so wunderbar, weil ich ja nicht gleichzeitig auf ihrem Schoss liegen kann. Pech für sie!

Gestern abend habe ich einen Flummi durchs Wohnzimmer gejagt. Das hat mir gefallen! Der hatte Angst vor mir und ist immer weggelaufen. Klasse! Christiane hat natürlich mal wieder einen Anfall nach dem anderen bekommen, weil ich keine Rücksicht auf mein linkes Bein genommen habe. Beim Spiel vergesse ich alles …

 Heute ist Mittwoch und ich hatte schon sehr früh ein Erfolgserlebnis: Frauchen wunderte sich über ein polterndes Geräusch und sah nach, was dieses wohl verursacht haben mag. Wer soll das schon gewesen sein, morgens um 4.45 Uhr? Ich natürlich, weil ich einen Eindringling jagen und zur Strecke bringen musste. Im übrigen hat die Motte auch ganz gut geschmeckt! Halali!!!
 
Gestern abend hatte ich auch Spass! Christiane hatte sich schon die Hände mit Creme eingeschmiert als ihr einfiel, dass ich mein Nachtmahl (Tablette & Co) noch nicht bekommen hatte. Der Hausherr (tsss … Herr …) erklärte sich großzügig bereit, die Sache in die Hand zu nehmen. Du glaubst ja nicht, was da abging … Als wir nach ca. 10 Minuten noch immer gemeinsam im Wohnzimmer auf dem Boden saßen und Uwe immer noch auf mich einredete wie auf ein krankes Pferd, riss meinem Frauchen der Geduldsfaden. Sie kam, warf mir die Tablette ein und ging wieder. Uwe und ich waren völlig mit den Nerven fertig. Jetzt weiß ich aber: wenn ich mein Schnäuzchen ganz verbissen zuhalte, muss ich bei ihm die Medizin nicht nehmen. Hihi …

So, jetzt muss ich mich mal wieder ein wenig ausruhen. Ich wünsche Dir, meinem Pflege-Papa und all meinen vierpfotigen Freunden (jaja, auch den Hunden) alles Liebe und Gute,
 
Lucille

27.Dezember 06


Hallo Pflegemama,

ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich mich jetzt erst melde. Frauchen hatte aber so einiges um die Ohren und fand keine Zeit, sich mit mir vor den Rechner zu setzen. Alleine darf ich noch nicht an das Gerät. Feige Bande! Ich hoffe, dass ihr alle ein friedliches, schönes Weihnachtsfest verbracht habt.

Bei mir ist alles OK! Ich habe das Personal fest im Griff. Bei Christiane habe ich manchmal noch ein paar Schwierigkeiten meinen Willen durchzusetzen, aber die Zeit wird's schon richten! Vergangene Woche habe ich sie allerdings das erste Mal ernsthaft böse erlebt. Ich kann gar nicht verstehen, was ich verkehrt gemacht habe. Ich bin zu meiner Freundin Marie (das ist das Huhn im Garten) auf die Leiter geklettert und wollte nur einen Blick in den Nachbargarten werfen. Als Frauchen das gesehen hat, ist sie wie eine wild gewordene Tarantel auf mich zugelaufen und hat immerzu 'Nein, Lucille' gerufen. Vor Schreck bin ich dann die Leiter herunter gesprungen und bin ins Haus gelaufen. Das war schon gewagt, denn ich musste an dem Staubsauger vorbei. Es gibt schlimme Tage ...

Vergangene Woche habe ich abends auf der Terrasse eine Motte gefangen. Im Flug!!! Mit meinen beiden (!) Vorderpfötchen habe ich das Tier eingefangen und anschliessend erlegt. Nur eine tote Motte ist eine gute Motte! Die Jagd war nicht ganz so einfach, weil sich das Tier, nachdem ich es losgelassen hatte, erst einmal zwischen die Ritzen der Terrassenplatte versteckt hatte. Ich musste mich einige Zeit auf die Lauer legen, aber letztendlich habe ich Jagdglück gehabt. Frauchen stand die ganze Zeit dabei, und ich frage mich ernsthaft, warum sie ständig gelächelt hat. Vielleicht hatte sie aber auch nur einen Gesichtskrampf!?

Weihnachten war recht langweilig, weil mein Personal Ausgang hatte. Wieder zu Hause angekommen, habe ich Christiane dann aber mit Beschlag (sprich mir) belegt. Ich bin vom Schoss nicht mehr heruntergegangen. 4 Stunden hat es gedauert, bis sie mich einfach beiseite gehoben hat. Frechheit!

Ich habe übrigens einen neuen Freund, mit dem sich schön spielen lässt: ein Nerz. Nein nein, der lebt nicht mehr. Er besteht auch nur noch aus dem Schwanz, mit dem ich mich aber wunderbar beschäftigen kann. Man kann ihn so herrlich ablecken und in ihn hinein beißen. Herrlich!

Wurliwurm hat mich auch überrascht. Er bewegt sich jetzt (Anmerkung der Redaktion: das Spielzeug ist mit einer dünnen Nylonschnur verbunden) wie von Geisterhand gezogen. Man kann ihn wie eine echte Maus (hab' ich mir sagen lassen) in die Luft werfen.

Gestern war ein aufregender Tag! Frauchen hat mich auf den Arm genommen und mich mit in die Bonngasse (unterm Dach juchhee) genommen. Meine Güte, was es dort alles zu entdecken gab ... Es roch auch nach den anderen Miezekatzen, die hier schon einmal in Urlaub waren ... Die Eindrücke haben mich förmlich erschlagen. Ich war anschließend schrecklich müde und habe mich erst einmal erholt.

Heute bin ich nicht ganz so aktiv, schleppe mich von der Fensterbank im Wohnzimmer auf die Arbeitsplatte in der Küche und umgekehrt. Das will aber nichts heißen, im nächsten Moment kann ich wieder als Wilder Feger durchs Haus jagen. Vor ein paar Tagen hat Frauchen auch einen heiligen Schreck bekommen, als ich mit einem Bällchen die Treppe zum Vorkellerraum heruntergestürmt bin. Ich habe mich wahrscheinlich etwas vertreten, denn anschließend habe ich mein krankes Pfötchen wieder etwas mehr geschont. Ich möchte mich aber nicht immer nur vorsehen, denn das macht doch keinen Spaß!

So, Christiane soll doch noch etwas mit mir spielen! Ich wünsche Dir, Pflege-Papa und meinen vierpfotigen Freunden einen Guten Rutsch ins Jahr 2007. Bleibt gesund und munter!

Lucille

Juni 2007

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Hallo Pflege-Mama und Pflege-Papa,

nach langer Zeit muss ich mich doch noch einmal bei Euch melden! Es tut mir leid, aber ich habe einfach keine Zeit gehabt. Also bitte, dieses mitleidige Lächeln könnt Ihr Euch sparen! Ich habe sooo viele Aufgaben hier, dass ich kaum rund komme. Die Bewachung des Gartenbereichs nimmt mich wirklich sehr in Anspruch!   Im Frühjahr musste ich erst einmal die Bäume auf ihre Tauglichkeit hin prüfen. Das Erklimmen der höher gelegenen Äste hat Christiane immer die Angst-Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Das ist lustig! Einmal, als ich wie ein Gibbon nur an meinem rechten Arm baumelte, bekam sie so einen Schiss, dass sie mir herunter half. Manno, die macht einem das schönste Spiel kaputt!  Inzwischen haben die Bäume so puscheliges Zeug auf den Ästen, sodass ich nicht mehr so gut hinaufklettern kann. Schade! Christiane meint aber (mit sorgenvoll gerunzelter Stirn), dass sich das wieder ändern wird. Mal sehen ...

Neulich, es war schon dunkel, habe ich ein fürchterlich hässliches Tier im Garten gefunden. Es war schon so spät, dass mein Personal ins Bett gehen wollte. Da ich nicht über Nacht draußen bleiben darf, wollten mich die beiden ins Haus locken. Naja, auf meinen Namen habe ich ja noch nie gehört, aber selbst das Rappeln mit der Käserollidose (hmmm, Käserollis ...) brachte mich nicht dazu, dieses faszinierende Etwas zu verlassen. Man liegt auch sehr gut darauf ...  Jedenfalls: irgendwann stand Christiane neben mir und rief wieder laut meinen Namen. Meine Güte, seid ihr Menschen denn blind? Sie hätte mich doch sehen müssen, ich saß direkt neben ihr und bewachte den Eindringling. Als ich entdeckt worden bin, musste ich mich in übelster Form beschimpfen lassen: ‚Lucille, Du bist böse! Die arme Kröte! Lass’ sie doch in Ruhe ...!’ Blablabla ...
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An einem Sonntagmorgen habe ich meinem Personal ein Geschenk mitgebracht. Christiane war noch eine Etage höher und hörte es im Arbeitszimmer rumpeln. Sie dachte an ‚Einbrecher oder die Katze...’ Was soll denn der Vergleich? Jedenfalls kam sie gerade die Treppe herunter, als ich sie auf halbem Wege rufen hörte:’Uwe, im Arbeitszimmer fliegt ein Vogel ...’ So nennt ihr Menschen also den kleinen Freund, den ich mir mitgebracht habe: Vogel. Ich habe anschliessend nicht mehr viel mitbekommen, da alles so schnell ging. Christiane erzählte mir später, sie habe ein Handtuch über die Kohlmeise gelegt, damit sie sich etwas beruhigen sollte, und hat sie draußen ins Kaminholz gesetzt. Zur Erholung! Pah! Was das wohl soll? Die schönen Sachen darf ich nicht behalten. Mama, mit den Leuten hier musst Du mal ein ernstes Wörtchen reden! Die sind so gemein!

Gestern war die Krönung! Mama, das hättest Du erleben müssen! Neee, ein Glückstag! Folgendes ist passiert: Christiane saß vor der Flimmerkiste – alleine, Uwe war kurz weggefahren – und schien sich zu langweilen. Sie tat mir leid, und so habe ich mir überlegt, wie ich sie aufmuntern kann. Mir ist nichts eingefallen, also habe ich erst mal eine Runde durchs Revier gemacht. Als ich wieder in der Nähe der Terrassentüre war, wurde ich mit zuckersüßer Stimme gelockt. Naa, ob Christiane die Käserollidose zur Hand hatte? Ich bin ins Wohnzimmer ‚rein und habe erst mal meinen Ballast abgelegt. Als mein Blick zu Christiane auf die Couch wanderte, sah ich ihre weit aufgerissenen Augen. Was hatte sie nur? Käserollis jedenfalls nicht! Ich ging langsam zu ihr – aber nicht ohne mein Mitbringsel. Dass diese unmögliche Frau nicht geweint oder –vielleicht vor Entzücken- geschrieen hat, war wirklich alles. Fassungslos starrte sie auf die Maus, die ich ihr auf das Sofa (schliesslich ist das ein Zweisitzer, und sie saß bis zu diesem Zeitpunkt alleine darauf) geschleudert habe (meine Rechte hättet Ihr sehen sollen ...zack, und schon war die Maus platziert – auf den Punkt). Mein überempfindliches Personal sprang augenblicklich auf und verfolgte mein Spiel vom Esszimmer aus. Schade, sie ist doch sonst immer so wild darauf mit Mäusen zu spielen. Na gut, zugegeben, bisher waren es immer Plüschmäuse! Nach einiger Zeit kam Uwe wieder nach Hause und musste sich erst einmal um die etwas ramponierte Maus kümmern. Ha, wenn ich so Leben in die Bude bringen kann, werde ich das öfter machen ...

Nebenan war vorvergangene Woche eine sehr nette alte Dame, die das Nachbarhaus hütete. Leider nur kurz, dann hat Christiane diese Aufgabe übernommen. Diese alte Dame war meine Freundin! Sie kraulte mich immer hingebungsvoll, wenn ich sie auf der Terrasse besuchte. Ihr werdet verstehen, dass ich mir irgendwann ja mal ansehen musste, wie meine Freundin wohnt. Also habe ich eine Hausbesichtigung gestartet. Ach, es roch überall so interessant... Jedenfalls führte mich der Weg bis unters Dach. Dort fand mich die alte Dame und meinte sehr freundlich:’ Ach, du armes Kätzchen (ich!), jetzt kannst Du mit dem kranken Pfötchen gar nicht mehr so viele Treppen gehen! Komm’, ich trage dich ‚runter.’ Schon hatte sie mich auf den Arm genommen, ich konnte mich an sie schmiegen, und wir gingen zurück in den Garten. Das Spiel war klasse! Fortan durfte mich die Nachbarin in spe mehrmals am Tag die drei Etagen herunter tragen. Prima! Nur schade, dass sie jetzt wieder in ihrem eigenen Zuhause ist. Aber sie hat mir versprochen, mich bald wieder besuchen zu kommen. Da bin ich ja mal gespannt. 

In der Hoffnung, Euch bald zusehen,

Lucille (neuerdings immer öfter Lucifer)